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ALBOUSH - Fachbetrieb für Elektrotechnik

E-Check im Altbau: Warum er besonders wichtig ist

Altbauten haben Charme – aber ihre Elektrik kann lebensgefährlich sein. Erfahren Sie, welche typischen Gefahren in älteren Gebäuden lauern und wie der E-Check Sie schützt.

Wann ist ein Gebäude ein Altbau?

Im elektrotechnischen Kontext spricht man von einem Altbau, wenn die Elektroinstallation vor 1970 errichtet wurde und seitdem nicht oder nur teilweise erneuert wurde. Der Grund: Bis in die 1970er Jahre galten deutlich andere Normen und Standards als heute. Viele der damals üblichen Installationsmethoden und Materialien sind nach heutigem Stand der Technik nicht mehr zulässig oder zumindest bedenklich.

Doch auch Gebäude aus den 1970er und 1980er Jahren können bereits kritische Alterserscheinungen aufweisen. Isoliermaterialien werden nach 30 bis 40 Jahren spröde, Kontaktstellen korrodieren, und die damalige Dimensionierung der Leitungen ist für den heutigen Strombedarf oft nicht mehr ausreichend.

Im Ruhrgebiet – in Städten wie Bottrop, Essen, Oberhausen, Gladbeck oder Herne – gibt es einen besonders hohen Anteil an Altbauten. Viele Wohngebäude stammen aus der Gründerzeit oder der Nachkriegszeit und haben Elektroinstallationen, die dringend geprüft werden müssen.

Typische Gefahren in Altbauten

Die Elektroinstallation in Altbauten birgt spezifische Gefahren, die in neueren Gebäuden nicht oder kaum auftreten. Der E-Check ist darauf ausgelegt, genau diese Gefahren zu identifizieren.

Aluminiumleitungen

In den 1960er und 1970er Jahren wurden in vielen Gebäuden Aluminiumleitungen statt Kupferleitungen verlegt. Das war damals eine kostengünstige Alternative, ist aber aus heutiger Sicht problematisch:

  • Höherer Widerstand: Aluminium hat einen deutlich höheren elektrischen Widerstand als Kupfer. Bei gleicher Belastung erwärmen sich Aluminiumleitungen stärker, was die Isolierung schädigt und im Extremfall zum Brand führen kann.
  • Korrosion an Übergangsstellen: An den Verbindungsstellen zwischen Aluminium und Kupfer (z.B. an Steckdosen und Schaltern) entsteht durch elektrochemische Korrosion ein erhöhter Übergangswiderstand. Diese Stellen werden heiß und stellen eine erhebliche Brandgefahr dar.
  • Sprödigkeit: Aluminium wird mit der Zeit spröde und kann bei mechanischer Belastung brechen. Ein Kabelbruch unter Putz ist besonders gefährlich, da er von außen nicht erkennbar ist.
  • Unterdimensionierung: Aluminiumleitungen wurden oft mit geringeren Querschnitten verlegt als heute üblich. Für den heutigen Strombedarf sind sie häufig nicht mehr ausreichend dimensioniert.

Bei einem E-Check in Altbauten prüfen wir systematisch auf Aluminiumleitungen und bewerten deren Zustand und Belastbarkeit. In vielen Fällen empfehlen wir den Austausch durch moderne Kupferleitungen – eine Investition, die sich langfristig in Sicherheit und Werterhalt der Immobilie auszahlt.

Fehlende FI-Schalter (RCD)

Der Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter oder RCD – Residual Current Device) ist heute Standard in jeder Elektroinstallation. Er erkennt gefährliche Fehlerströme und schaltet den betroffenen Stromkreis innerhalb von Millisekunden ab – bevor ein Mensch einen lebensgefährlichen Stromschlag erleidet.

In Altbauten fehlen FI-Schalter häufig komplett oder sind nur für einzelne Stromkreise vorhanden. Das bedeutet: In den meisten Räumen gibt es keinen Personenschutz bei einem Defekt.

Der E-Check prüft, ob FI-Schalter vorhanden sind, ob sie korrekt funktionieren und ob sie innerhalb der vorgeschriebenen Auslösezeit von 300 Millisekunden abschalten. Ist kein FI-Schalter vorhanden, empfehlen wir dringend die Nachrüstung. Dies ist in den meisten Fällen auch im Altbau ohne große bauliche Maßnahmen möglich.

Unterdimensionierte Leitungen

Die Elektroinstallation in Altbauten wurde für den Strombedarf der damaligen Zeit ausgelegt. In den 1950er und 1960er Jahren hatte ein durchschnittlicher Haushalt einen Verbrauch von 1.000 bis 2.000 kWh pro Jahr. Heute liegt der Durchschnitt bei 3.000 bis 4.000 kWh – und mit Elektroauto, Wärmepumpe oder Klimaanlage kann er noch deutlich höher sein.

Die Folge: Leitungen werden überlastet. Überlastete Leitungen erhitzen sich, die Isolierung altert schneller und die Brandgefahr steigt. Besonders kritisch sind:

  • Küchenstromkreise, die für Herd, Backofen, Geschirrspüler, Kühlschrank und Kleingeräte gleichzeitig ausgelegt sein müssen
  • Badezimmerstromkreise mit Durchlauferhitzer oder elektrischer Fußbodenheizung
  • Wohnzimmerstromkreise mit Unterhaltungselektronik, die über Mehrfachsteckdosen betrieben wird
  • Home-Office-Bereiche mit Computer, Monitor, Drucker und weiteren Geräten

Im Rahmen des E-Checks messen wir die Belastung der einzelnen Stromkreise und können feststellen, ob die Leitungsquerschnitte für die tatsächliche Nutzung ausreichend sind.

Stoffummantelte Kabel

Eines der auffälligsten Merkmale alter Elektroinstallationen sind stoffummantelte Kabel. Bis in die 1960er Jahre wurden Leitungen häufig nicht mit Kunststoff, sondern mit Baumwoll- oder Gummigewebe isoliert. Diese Materialien haben erhebliche Nachteile:

  • Keine Feuchtigkeitsbeständigkeit: Stoffummantelungen nehmen Feuchtigkeit auf und verlieren dadurch ihre isolierende Wirkung.
  • Alterungsbedingte Sprödigkeit: Nach Jahrzehnten wird die Stoffummantelung brüchig und bröckelt ab. Die blanken Drähte liegen dann frei.
  • Brandgefahr: Stoff ist brennbar. Im Gegensatz zu modernen Kunststoffisolierungen, die selbstverlöschend sind, können stoffummantelte Kabel einen Brand begünstigen.
  • Fehlende Farbkennzeichnung: Alte Leitungen haben oft keine normgerechte Farbkennzeichnung (braun/blau/grün-gelb).

Stoffummantelte Kabel sind ein klares Zeichen dafür, dass die Elektroinstallation dringend saniert werden muss. Der E-Check dokumentiert den Zustand und gibt eine klare Empfehlung zur Erneuerung.

Veraltete Schraubsicherungen

In vielen Altbauten finden sich noch die klassischen Schraubsicherungen (Diazed-Sicherungen) anstelle moderner Leitungsschutzschalter (LS-Schalter). Die Nachteile:

  • Sie können mit falschen (zu großen) Sicherungseinsätzen bestückt werden, wodurch der Überlastschutz aufgehoben wird.
  • Sie bieten keinen Schutz bei Fehlerströmen (das kann nur ein FI-Schalter).
  • Laien können sie unsachgemäß reparieren oder überbrücken.
  • Die Verteilerkästen sind oft nicht ausreichend für die heutigen Anforderungen dimensioniert.

Fehlende Schutzleiter (Erdung)

In sehr alten Installationen (vor 1960) fehlt häufig der Schutzleiter (Erdung). Die Steckdosen haben dann nur zwei Pole statt drei. Ohne Schutzleiter funktionieren weder FI-Schalter noch der Schutz durch Schutzerdung. Im Fehlerfall liegt die volle Netzspannung am Gehäuse eines defekten Gerätes an – lebensgefährlich.

Die häufigsten Mängel bei E-Checks in Altbauten

Aus unserer langjährigen Erfahrung mit E-Checks in Wohnungen und Eigenheimen im Raum Bottrop und Ruhrgebiet kennen wir die häufigsten Mängel in Altbauten:

  1. Fehlende oder defekte FI-Schalter – der mit Abstand häufigste und gefährlichste Mangel
  2. Beschädigte Isolierungen – insbesondere bei stoffummantelten Kabeln und in der Nähe von Wärmequellen
  3. Überlastete Stromkreise – zu wenige Stromkreise für die heutige Nutzung
  4. Korrodierte Kontaktstellen – besonders bei Aluminiumleitungen an Kupfer-Übergängen
  5. Nicht normgerechte Installationen in Feuchträumen – Steckdosen zu nah an Wasserentnahmestellen
  6. Lose Klemmverbindungen – durch thermische Zyklen gelockerte Schraubverbindungen
  7. Veraltete Verteilerkästen – zu wenig Platz für moderne Schutzeinrichtungen
  8. Fehlende oder unvollständige Dokumentation – kein Stromlaufplan vorhanden
  9. Unsachgemäße Eigeninstallationen – über die Jahrzehnte von Laien vorgenommene Änderungen
  10. Fehlender Überspannungsschutz – für empfindliche Elektronik unverzichtbar

Sanierungskosten vs. E-Check Kosten

Der E-Check im Altbau ist der erste Schritt, um den tatsächlichen Zustand der Elektroinstallation zu kennen. Nicht jeder Altbau muss komplett saniert werden – oft genügen gezielte Maßnahmen.

Typische Kosten für einzelne Maßnahmen nach dem E-Check:

  • FI-Schalter nachrüsten: ca. 150 – 400 Euro
  • Einzelne Steckdosen oder Schalter erneuern: ca. 50 – 100 Euro pro Stück
  • Zusätzlichen Stromkreis installieren: ca. 200 – 500 Euro
  • Verteilerkasten erneuern: ca. 800 – 2.000 Euro
  • Komplettsanierung der Elektrik (Wohnung): ca. 5.000 – 12.000 Euro
  • Komplettsanierung der Elektrik (Einfamilienhaus): ca. 10.000 – 25.000 Euro

Im Vergleich dazu kostet der E-Check selbst nur 120 bis 400 Euro – je nach Größe des Objekts. Der E-Check zeigt Ihnen genau, welche Maßnahmen wirklich notwendig sind und welche Priorität sie haben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Ohne E-Check wissen Sie nicht, ob Ihre Elektroinstallation sicher ist oder nicht. Im Schadensfall kann das den Unterschied machen zwischen voller Versicherungsleistung und einer Leistungskürzung von 50 Prozent oder mehr.

Tipps für Altbau-Besitzer

  1. E-Check als Erstes: Lassen Sie die Elektrik prüfen, bevor Sie andere Renovierungsarbeiten planen.
  2. Beim Immobilienkauf E-Check einplanen: Die Ergebnisse können den Kaufpreis beeinflussen oder als Verhandlungsgrundlage dienen.
  3. Schrittweise sanieren: Nicht immer ist eine Komplettsanierung sofort notwendig. Der E-Check hilft, Prioritäten zu setzen.
  4. Fördermittel prüfen: Für die energetische Sanierung gibt es verschiedene Förderprogramme. Fragen Sie Ihren Elektrofachbetrieb oder die KfW-Bank.
  5. Keine Eigenarbeiten an der Elektrik: Arbeiten an der Elektroinstallation dürfen nur von einem zugelassenen Elektrofachbetrieb durchgeführt werden.
  6. Kürzere Prüfintervalle einhalten: Für Altbauten empfehlen wir einen E-Check alle 2 Jahre statt der üblichen 4 Jahre.
  7. Moderne Schutzeinrichtungen nachrüsten: FI-Schalter, Überspannungsschutz und moderne Leitungsschutzschalter können in den meisten Altbauten nachgerüstet werden.
  8. Dokumentation erstellen: Lassen Sie einen Stromlaufplan erstellen und dokumentieren Sie alle Änderungen an der Elektrik.

Besonderheiten im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet hat einen besonders hohen Anteil an Altbauten aus der Gründerzeit und der Nachkriegszeit. Viele Gebäude in Bottrop, Essen, Oberhausen, Gladbeck, Herten, Herne, Bochum und Dortmund haben Elektroinstallationen, die 40, 50 oder sogar 60 Jahre alt sind.

Hinzu kommt, dass viele ehemalige Bergarbeitersiedlungen in der Nachkriegszeit mit minimaler Elektrik ausgestattet wurden – oft nur ein oder zwei Stromkreise pro Wohnung. Für den heutigen Bedarf ist das bei Weitem nicht ausreichend.

Als Elektrofachbetrieb mit Sitz in Bottrop kennen wir die typischen Installationen im Ruhrgebiet genau. Wir wissen, worauf wir bei Altbauten achten müssen und welche Lösungen auch unter schwierigen baulichen Bedingungen funktionieren.

E-Check im Altbau: Unser Vorgehen

  1. Bestandsaufnahme: Wir erfassen den Zustand der gesamten Installation – Alter, Material, Verlegart und vorhandene Schutzeinrichtungen.
  2. Sichtprüfung: Systematische Prüfung aller zugänglichen Installationen auf sichtbare Mängel.
  3. Messtechnische Prüfung: Mit unseren professionellen Benning Prüfgeräten messen wir Isolationswiderstände, Schleifenimpedanz, RCD-Auslösezeiten und Erdungswiderstand für jeden Stromkreis.
  4. Bewertung und Priorisierung: Wir bewerten jeden festgestellten Mangel nach Gefährdungspotenzial und Dringlichkeit.
  5. Ausführlicher Prüfbericht: Sie erhalten einen detaillierten Bericht mit allen Messwerten, Befunden, Fotos der Mängelstellen und konkreten Handlungsempfehlungen.
  6. Beratung: Wir besprechen die Ergebnisse persönlich mit Ihnen und beraten Sie zu den sinnvollsten Maßnahmen.

Fazit: Im Altbau ist der E-Check unverzichtbar

Altbauten haben ihren besonderen Charme – aber ihre Elektrik kann eine tickende Zeitbombe sein. Aluminiumleitungen, fehlende FI-Schalter, stoffummantelte Kabel und unterdimensionierte Stromkreise sind Gefahren, die von außen oft nicht sichtbar sind. Der E-Check macht diese verborgenen Risiken sichtbar und gibt Ihnen eine klare Handlungsgrundlage.

Gerade als Vermieter eines Altbaus tragen Sie eine besondere Verantwortung. Und als Eigenheimbesitzer schützen Sie mit dem E-Check Ihre Familie und Ihr Zuhause. Die Kosten für den E-Check sind minimal im Vergleich zu den Risiken, die eine ungeprüfte Altbau-Elektrik birgt.

Lassen Sie Ihren Altbau prüfen: Vereinbaren Sie jetzt einen Termin oder rufen Sie uns an unter 02041 / 723 14 15. Wir kennen die typischen Herausforderungen in Altbauten und beraten Sie kompetent.

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