Warum Vorbereitung den Unterschied macht
Ein E-Check ist eine systematische Prüfung Ihrer gesamten Elektroinstallation. Der Prüfer muss an jeden Sicherungskasten, jede Steckdose, jeden Schalter und jedes fest installierte Gerät herankommen. Je besser Sie vorbereitet sind, desto schneller und gründlicher kann die Prüfung durchgeführt werden.
Aus unserer Erfahrung wissen wir: Eine gute Vorbereitung spart im Schnitt 20 bis 30 Minuten Prüfzeit. Das bedeutet nicht nur weniger Aufwand für den Prüfer, sondern auch weniger Kosten für Sie – und weniger Unterbrechung Ihres Alltags.
Checkliste: Vor dem E-Check
1. Zugänglichkeit sicherstellen
Das ist der wichtigste Punkt. Der Prüfer muss Zugang zu allen elektrischen Installationen haben:
- Sicherungskasten / Verteilerkasten: Muss komplett frei zugänglich sein. Entfernen Sie Schränke, Regale, Bilder oder Dekorationen, die davor stehen oder hängen. Ein Mindestabstand von 1 Meter vor dem Verteiler sollte frei sein.
- Alle Steckdosen: Der Prüfer muss jede Steckdose erreichen können. Rücken Sie schwere Möbel, die Steckdosen verdecken, rechtzeitig zur Seite. Auch Steckdosen hinter dem Bett, hinter der Couch oder hinter dem Schreibtisch müssen zugänglich sein.
- Alle Lichtschalter: Sollten frei erreichbar und nicht durch Möbel verdeckt sein.
- Feuchträume (Bad/Küche): Der Prüfer muss auch an schwer erreichbare Steckdosen und Anschlüsse in Bad und Küche herankommen.
- Keller und Dachboden: Falls vorhanden, müssen auch diese Bereiche zugänglich sein. Räumen Sie ggf. den Zugangsweg frei.
- Außenbereich: Außensteckdosen, Gartenbeleuchtung und eventuelle Wallbox-Anschlüsse müssen erreichbar sein.
2. Unterlagen bereitstellen
Folgende Unterlagen helfen dem Prüfer, die Anlage schnell und vollständig zu erfassen:
- Vorheriger E-Check Prüfbericht: Falls vorhanden, ist der letzte Prüfbericht sehr hilfreich. Er zeigt dem Prüfer, welche Mängel damals festgestellt wurden und ob sie behoben wurden.
- Stromlaufplan / Verteilungsplan: Falls vorhanden, erleichtert er die Zuordnung der Sicherungen erheblich.
- Installationsplan: Zeigt, wo Leitungen in den Wänden verlaufen. Besonders wichtig im Altbau.
- Rechnungen oder Dokumentation: Zu früheren Elektroarbeiten – so weiß der Prüfer, was erneuert wurde.
- Gerätedokumentation: Für fest installierte Geräte wie Herd, Durchlauferhitzer, Wallbox oder PV-Anlage.
Keine Sorge: Wenn Sie diese Unterlagen nicht haben, kann der E-Check trotzdem durchgeführt werden. Der Prüfer wird die Anlage dann messtechnisch komplett aufnehmen – das dauert lediglich etwas länger.
3. Empfindliche Geräte sichern
Während der Prüfung wird der Strom kurzzeitig abgeschaltet – teilweise stromkreisweise, teilweise für die gesamte Wohnung. Bereiten Sie sich darauf vor:
- Computer: Speichern Sie alle offenen Dokumente und schließen Sie Programme ordnungsgemäß.
- NAS / Server: Fahren Sie Netzwerkspeicher sauber herunter.
- Aquarium / Terrarium: Informieren Sie den Prüfer, damit die Unterbrechung so kurz wie möglich gehalten wird.
- Medizinische Geräte: Wenn Sie auf strombetriebene medizinische Geräte angewiesen sind (z.B. Beatmung, Sauerstoffversorgung), informieren Sie den Prüfer unbedingt vorab!
- Tiefkühlgeräte: Bei normalem Prüfablauf ist die Unterbrechung kurz genug, dass Tiefkühlware nicht antaut. Bei längeren Prüfungen informiert Sie der Prüfer.
- Alarmanlagen: Deaktivieren Sie die Alarmanlage oder informieren Sie den Sicherheitsdienst, damit der kurzzeitige Stromausfall keinen Fehlalarm auslöst.
4. Bekannte Probleme notieren
Notieren Sie alle Auffälligkeiten, die Ihnen im Alltag aufgefallen sind. Diese Informationen sind für den Prüfer wertvoll:
- Steckdosen, die nicht funktionieren oder nur manchmal Strom liefern
- Lichtschalter, die beim Schalten Funken geben
- Sicherungen, die regelmäßig herausspringen
- Flackernde Beleuchtung oder Spannungsschwankungen
- Warme oder verfärbte Steckdosen oder Schalter
- Brutzelnde oder knisternde Geräusche aus Steckdosen oder dem Sicherungskasten
- Brandgeruch aus Steckdosen oder Schaltern
- FI-Schalter, der wiederholt ohne erkennbaren Grund auslöst
Wichtig: Bei Brandgeruch, Funkenbildung oder sichtbar beschädigten Leitungen warten Sie nicht auf den E-Check! Schalten Sie den betroffenen Stromkreis sofort ab und rufen Sie einen Elektrofachbetrieb.
Was wird beim E-Check geprüft? – Die vollständige Checkliste
Damit Sie wissen, was auf Sie zukommt, hier die vollständige Prüfliste, die der Elektriker beim E-Check abarbeitet:
Sichtprüfung
- Zustand des Verteilerkastens (Beschriftung, Ordnung, Reservekapazität)
- Zustand aller Steckdosen und Schalter (Risse, Verfärbungen, lockere Abdeckungen)
- Zustand der sichtbaren Leitungen und Kabel
- Zustand fest installierter Leuchten
- Installationen in Feuchträumen (Abstände zu Wasserentnahmestellen, IP-Schutzart)
- Brandschutz (Durchbrüche, Abschottungen)
- Kennzeichnung der Stromkreise
- Vorhandensein und Zustand von Schutzeinrichtungen (FI-Schalter, LS-Schalter, Überspannungsschutz)
Messtechnische Prüfung
- Isolationswiderstand: Jeder Stromkreis wird auf ausreichende Isolation geprüft (Sollwert: ≥ 1 MΩ).
- Schutzleiterdurchgängigkeit: Ist der Schutzleiter (PE) an jeder Steckdose und jedem Festanschluss durchgängig?
- Schleifenimpedanz: Wird im Fehlerfall ausreichend Strom für die sichere Abschaltung durch die Sicherung fließen?
- RCD-Prüfung (FI-Schalter): Auslösezeit (max. 300 ms) und Auslösestrom werden gemessen.
- Spannungsmessung: Liegt die Netzspannung im Toleranzbereich?
- Erdungswiderstand: Ist die Erdungsanlage in Ordnung?
- Drehfeldrichtung: Bei Drehstromanschlüssen (Herd, Wallbox) muss die Drehrichtung stimmen.
Funktionsprüfung
- Alle Lichtschalter werden betätigt
- Alle Steckdosen werden auf Funktion geprüft
- FI-Schalter werden manuell ausgelöst (Testtaste)
- Fest installierte Geräte werden auf korrekte Funktion geprüft
Während des E-Checks
So läuft der E-Check typischerweise ab:
- Begrüßung und Begehung: Der Prüfer verschafft sich zunächst einen Überblick über die Wohnung oder das Haus und bespricht eventuelle Besonderheiten mit Ihnen.
- Sichtprüfung: Der Prüfer geht systematisch durch alle Räume und prüft den Zustand aller sichtbaren Installationen.
- Messtechnische Prüfung: Am Sicherungskasten und an allen Steckdosen werden die Messwerte aufgenommen. Hierfür werden einzelne Stromkreise kurzzeitig abgeschaltet.
- Dokumentation: Alle Messwerte und Befunde werden digital erfasst.
- Abschlussbesprechung: Der Prüfer bespricht die Ergebnisse mit Ihnen, erklärt eventuelle Mängel und gibt Empfehlungen.
Die Prüfung dauert je nach Größe des Objekts zwischen 45 Minuten und 3 Stunden. Für eine durchschnittliche Wohnung sollten Sie etwa 1 bis 1,5 Stunden einplanen.
Nach dem E-Check
Nach der Prüfung erhalten Sie einen detaillierten Prüfbericht. So gehen Sie damit um:
Prüfbericht verstehen
Der Prüfbericht enthält:
- Allgemeine Daten: Objekt, Prüfdatum, Prüfer, eingesetzte Messgeräte
- Messwerte: Für jeden Stromkreis die einzelnen Messergebnisse
- Befunde: Festgestellte Mängel, eingeteilt nach Schwere:
- Gefahr in Verzug: Sofortige Abschaltung oder Reparatur notwendig
- Erheblicher Mangel: Zeitnahe Reparatur erforderlich (innerhalb von Wochen)
- Geringer Mangel: Reparatur empfohlen, keine unmittelbare Gefahr
- Empfehlung: Verbesserungsvorschlag, keine Pflicht
- Gesamtergebnis: Anlage in Ordnung / Anlage mit Mängeln / Anlage nicht betriebssicher
Mängel beseitigen
Wenn Mängel festgestellt wurden, besprechen wir mit Ihnen die nächsten Schritte:
- Priorisierung: Welche Mängel sind dringend, welche können warten?
- Kostenvoranschlag: Auf Wunsch erstellen wir einen Kostenvoranschlag für die Mängelbeseitigung.
- Terminplanung: Wir stimmen einen passenden Termin für die Reparaturen mit Ihnen ab.
- Nachprüfung: Nach der Mängelbeseitigung prüfen wir die betroffenen Bereiche erneut.
Prüfbericht aufbewahren
Bewahren Sie den Prüfbericht sorgfältig auf. Er dient als:
- Nachweis gegenüber der Versicherung
- Dokumentation für Vermieter (Verkehrssicherungspflicht)
- Grundlage für den nächsten E-Check
- Nachweis bei Immobilienverkauf
Spezielle Checkliste für Vermieter
Als Vermieter haben Sie zusätzliche Pflichten. Beachten Sie diese Punkte:
- Mieter rechtzeitig informieren: Mindestens 14 Tage vor dem Termin schriftlich ankündigen.
- Zugang koordinieren: Bei mehreren Mietwohnungen den Prüfablauf effizient planen (z.B. mehrere Wohnungen an einem Tag).
- Prüfberichte archivieren: Für jede Wohneinheit separat aufbewahren.
- Mängel dokumentiert beseitigen: Nachweisbar handeln und Rechnungen aufbewahren.
- Nächsten Termin planen: Empfohlen alle 4 Jahre, bei Altbauten alle 2 Jahre.
Checkliste zum Ausdrucken – Zusammenfassung
Hier die wichtigsten Punkte nochmal kompakt zusammengefasst:
- Sicherungskasten freiräumen (1 Meter Abstand)
- Alle Steckdosen zugänglich machen (Möbel rücken)
- Keller, Dachboden und Außenbereich zugänglich machen
- Vorherigen Prüfbericht und Unterlagen bereitlegen
- Computer und empfindliche Geräte sichern/herunterfahren
- Alarmanlage deaktivieren oder Sicherheitsdienst informieren
- Bekannte Probleme notieren
- Ca. 1 bis 2 Stunden Zeit einplanen
- Nach dem E-Check: Prüfbericht sicher aufbewahren
- Festgestellte Mängel zeitnah beseitigen lassen
Fazit: Gut vorbereitet zum E-Check
Eine gute Vorbereitung macht den E-Check für alle Beteiligten angenehmer und effizienter. Der Prüfer kann seine Arbeit schnell und gründlich erledigen, und Sie profitieren von niedrigeren Kosten und einem reibungslosen Ablauf.
Das Wichtigste ist die Zugänglichkeit: Wenn der Prüfer an alle Steckdosen und den Sicherungskasten herankommt, ist der Rest einfach. Alles andere – Unterlagen, Notizen zu bekannten Problemen – ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
E-Check Termin vereinbaren: Kontaktieren Sie uns oder rufen Sie an unter 02041 / 723 14 15. Wir beraten Sie gerne zur optimalen Vorbereitung.