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ALBOUSH - Fachbetrieb für Elektrotechnik

10 Tipps für mehr Elektrosicherheit im Haushalt

Elektrische Unfälle im Haushalt sind vermeidbar. Mit diesen 10 praktischen Tipps schützen Sie sich und Ihre Familie vor den häufigsten Gefahren – einfach umzusetzen und mit großer Wirkung.

Warum Elektrosicherheit jeden betrifft

Strom ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken – und genau das macht ihn so gefährlich. Wir gehen täglich mit elektrischen Geräten und Installationen um, ohne groß darüber nachzudenken. Doch jedes Jahr werden in Deutschland rund 30.000 Stromunfälle registriert, davon enden etwa 30 bis 50 tödlich. Hinzu kommen rund 200.000 Brände pro Jahr, von denen ein erheblicher Teil auf defekte Elektrogeräte oder fehlerhafte Elektroinstallationen zurückzuführen ist.

Die gute Nachricht: Die meisten dieser Unfälle sind vermeidbar. Mit einfachen Maßnahmen und einem bewussten Umgang mit Elektrizität können Sie das Risiko in Ihrem Haushalt drastisch reduzieren. Hier sind unsere 10 wichtigsten Tipps.

Tipp 1: FI-Schalter regelmäßig testen

Der Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter oder RCD) ist Ihr wichtigster Schutz gegen lebensgefährliche Stromschläge. Er erkennt Fehlerströme und schaltet den Stromkreis innerhalb von Millisekunden ab – bevor Sie einen gefährlichen Schlag erleiden.

Aber: Auch ein FI-Schalter kann im Laufe der Zeit seine Funktion verlieren. Deshalb hat jeder FI-Schalter eine Prüftaste (meist mit einem „T“ gekennzeichnet). Betätigen Sie diese Taste:

  • Mindestens alle 6 Monate – besser alle 3 Monate
  • Der FI-Schalter muss sofort auslösen und den Strom abschalten
  • Schalten Sie ihn danach wieder ein
  • Wenn er nicht auslöst: Sofort einen Elektrofachbetrieb rufen! Ein defekter FI-Schalter bietet keinen Schutz.

Falls Ihr Haushalt noch keinen FI-Schalter hat – was besonders in Altbauten häufig vorkommt – sollten Sie die Nachrüstung als dringende Priorität betrachten. Die Kosten liegen bei 150 bis 400 Euro und können Ihr Leben retten.

Tipp 2: Mehrfachsteckdosen richtig verwenden

Mehrfachsteckdosen sind praktisch, aber auch eine der häufigsten Brandursachen im Haushalt. Beachten Sie diese Regeln:

  • Niemals Mehrfachsteckdosen hintereinanderschalten: Das sogenannte „Daisy-Chaining“ – also eine Mehrfachsteckdose in eine andere zu stecken – ist brandgefährlich. Die Belastung addiert sich, und die erste Steckdose in der Kette wird überlastet.
  • Maximale Belastung beachten: Jede Mehrfachsteckdose hat eine maximale Leistungsaufnahme (meist 3.500 Watt). Addieren Sie die Leistungen aller angeschlossenen Geräte und stellen Sie sicher, dass der Grenzwert nicht überschritten wird.
  • Keine Heizgeräte an Mehrfachsteckdosen: Heizlüfter, Wasserkocher, Bügeleisen und andere Geräte mit hoher Leistungsaufnahme gehören direkt in die Wandsteckdose.
  • Nicht abdecken: Legen Sie keine Teppiche, Decken oder Zeitungen auf Mehrfachsteckdosen. Die Wärmeableitung wird verhindert, was zum Brand führen kann.
  • Qualität kaufen: Billige Mehrfachsteckdosen ohne GS-Zeichen oder VDE-Prüfung sind ein Sicherheitsrisiko. Investieren Sie in geprüfte Qualitätsprodukte.

Tipp 3: Kindersicherung nicht vergessen

Kinder sind neugierig – und Steckdosen üben auf kleine Kinder eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Steckdosen auf Kinderhöhe (bis ca. 1 Meter) sind eine erhebliche Gefahrenquelle.

  • Steckdosen mit Kinderschutz: In Neubauten sind Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz (Kinderschutz) Standard. In älteren Gebäuden können Sie Kindersicherungen nachrüsten – entweder zum Kleben oder als Einsatz zum Drehen.
  • Steckdosen-Abdeckungen: Für nicht genutzte Steckdosen gibt es Abdeckungen, die Kinder nicht entfernen können.
  • Kabel verstecken: Kabel sind für Kinder gleichzeitig Spielzeug und Stolperfalle. Verlegen Sie Kabel hinter Möbeln oder nutzen Sie Kabelkanäle.
  • Aufklärung: Erklären Sie Kindern altersgerecht die Gefahren von Strom. „Strom tut weh“ ist eine Botschaft, die auch Kleinkinder verstehen können.

Tipp 4: Wasser und Strom strikt trennen

Wasser leitet Strom – und diese Kombination ist lebensgefährlich. Im Haushalt gibt es zahlreiche Situationen, in denen Wasser und elektrische Geräte aufeinandertreffen können:

  • Badezimmer: Verwenden Sie im Bad nur Geräte, die für Feuchträume zugelassen sind. Föhne, Rasierer und elektrische Zahnbürsten gehören nicht in die Nähe von gefüllten Badewannen oder Waschbecken.
  • Küche: Stellen Sie elektrische Geräte (Toaster, Wasserkocher) nicht direkt neben das Spülbecken. Achten Sie darauf, dass keine Spritzwasser an Steckdosen gelangen kann.
  • Garten: Verwenden Sie im Außenbereich nur Geräte und Kabel, die für den Außeneinsatz geeignet sind (IP-Schutzart mindestens IP44). Steckdosen im Außenbereich müssen spritzwassergeschützt sein.
  • Nasse Hände: Fassen Sie elektrische Geräte, Schalter und Steckdosen niemals mit nassen Händen an.

Tipp 5: Beschädigte Kabel sofort austauschen

Ein beschädigtes Kabel ist kein Schönheitsfehler – es ist eine akute Gefahr. Bereits eine kleine Beschädigung der Isolierung kann zu einem Kurzschluss, einem Stromschlag oder einem Brand führen.

  • Niemals mit Klebeband reparieren: Isolierband oder Klebeband ist keine dauerhafte Lösung für beschädigte Kabel. Es wird mit der Zeit brüchig und bietet keinen ausreichenden Schutz.
  • Knicke vermeiden: Knicken Sie Kabel nicht scharf ab und legen Sie keine schweren Gegenstände darauf. Das beschädigt die innere Isolierung.
  • Nicht am Kabel ziehen: Ziehen Sie Stecker immer am Stecker selbst heraus, nicht am Kabel. Durch Zug lösen sich die inneren Verbindungen.
  • Regelmäßig prüfen: Kontrollieren Sie die Kabel Ihrer häufig genutzten Geräte regelmäßig auf Beschädigungen, Verfärbungen oder Brüche.
  • Bei Beschädigung: Tauschen Sie das Kabel oder das Gerät aus. Lassen Sie bei fest angeschlossenen Geräten einen Fachbetrieb die Reparatur übernehmen.

Tipp 6: Überlastung der Stromkreise vermeiden

Jeder Stromkreis in Ihrem Haushalt ist für eine bestimmte maximale Belastung ausgelegt. Wird diese überschritten, erhitzen sich die Leitungen – und das kann zum Brand führen. Besonders kritisch sind:

  • Küche: Herd, Backofen, Geschirrspüler, Wasserkocher und Mikrowelle sollten möglichst auf verschiedenen Stromkreisen liegen. Wenn die Sicherung in der Küche häufig auslöst, ist der Stromkreis wahrscheinlich überlastet.
  • Home Office: Computer, Monitor, Drucker, Schreibtischlampe und Ladegeräte können in Summe einen Stromkreis ordentlich belasten.
  • Heizgeräte: Elektrische Heizlüfter ziehen typischerweise 2.000 Watt – das ist bereits mehr als die Hälfte der maximalen Belastung eines normalen Stromkreises (3.680 Watt bei 16 A).

Faustregel: Wenn Sicherungen wiederholt auslösen, ist das ein Warnsignal. Ignorieren Sie es nicht und verwenden Sie auf keinen Fall stärkere Sicherungen als vorgesehen. Lassen Sie stattdessen zusätzliche Stromkreise installieren.

Tipp 7: Elektrogeräte nicht unbeaufsichtigt lassen

Viele Brände entstehen, weil Elektrogeräte unbeaufsichtigt betrieben werden. Beachten Sie besonders:

  • Bügeleisen: Immer ausschalten und vom Strom nehmen, wenn Sie den Raum verlassen – auch nur kurz.
  • Herd und Backofen: Nie unbeaufsichtigt lassen, wenn sie in Betrieb sind. Stellen Sie sich einen Timer.
  • Heizlüfter: Niemals über Nacht oder unbeaufsichtigt betreiben. Halten Sie Abstand zu brennbaren Materialien (mindestens 1 Meter).
  • Ladegeräte: Laden Sie Smartphones, Tablets und Laptops nicht über Nacht unter dem Kopfkissen oder auf der Couch. Die Wärmeableitung wird verhindert, was zum Akku-Brand führen kann.
  • Wäschetrockner: Einer der häufigsten Brandverursacher im Haushalt. Betreiben Sie ihn nicht, wenn Sie das Haus verlassen, und reinigen Sie das Flusensieb nach jedem Durchgang.

Tipp 8: Rauchmelder installieren und warten

Rauchmelder retten Leben – das ist keine Übertreibung. In allen Bundesländern gilt die Rauchmelderpflicht für Wohnräume. Rauchmelder gehören in:

  • Alle Schlafzimmer
  • Alle Kinderzimmer
  • Alle Flure, die als Rettungswege dienen
  • Empfehlenswert zusätzlich: Wohnzimmer und Arbeitszimmer

Achten Sie auf die richtige Wartung:

  • Monatlich testen: Drücken Sie die Prüftaste – der Rauchmelder muss einen lauten Signalton abgeben.
  • Batterie wechseln: Bei Geräten ohne Langzeitbatterie regelmäßig wechseln. Bei Geräten mit 10-Jahres-Batterie das Gerät nach 10 Jahren komplett austauschen.
  • Nicht überstreichen: Farbe verstopft die Raucheinlassöffnungen und macht den Melder unwirksam.
  • Richtig montieren: An der Decke, mittig im Raum, mindestens 50 cm Abstand von Wänden und Einrichtungsgegenständen.

Tipp 9: Bei Gewitter richtig handeln

Blitzeinschläge und die damit verbundenen Überspannungen können erhebliche Schäden an elektrischen Geräten verursachen. So schützen Sie sich:

  • Empfindliche Geräte vom Netz nehmen: Bei nahendem Gewitter Computer, Fernseher und HiFi-Anlage vom Stromnetz und vom Antennenkabel trennen. Auch DSL-Router können durch Überspannung über die Telefonleitung beschädigt werden.
  • Überspannungsschutz installieren: Ein dreistufiger Überspannungsschutz (Typ 1+2 im Verteiler, Typ 3 an der Steckdose) bietet dauerhaften Schutz. In Neubauten ist Typ 1+2 seit 2016 Pflicht.
  • Nicht duschen oder baden: Bei Gewitter sollten Sie auf das Duschen und Baden verzichten. In älteren Gebäuden ohne Potentialausgleich kann über die Wasserleitungen Strom übertragen werden.
  • Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz: Für den schnellen Schutz empfindlicher Geräte eine sinnvolle Ergänzung – aber kein Ersatz für einen professionellen Überspannungsschutz im Verteiler.

Tipp 10: Regelmäßig den E-Check durchführen lassen

Der wichtigste Tipp kommt zum Schluss: Lassen Sie Ihre Elektroinstallation regelmäßig durch einen E-Check prüfen. Viele der in diesem Artikel beschriebenen Gefahren sind für Laien nicht erkennbar – beschädigte Isolierungen in der Wand, korrodierte Klemmverbindungen, fehlende Erdung oder ein defekter FI-Schalter bleiben unsichtbar, bis es zu spät ist.

Die empfohlenen Prüfintervalle:

  • Eigenheime: Alle 4 Jahre
  • Mietwohnungen: Alle 4 Jahre (Pflicht des Vermieters)
  • Altbauten (vor 1970): Alle 2 Jahre
  • Nach dem Kauf einer Immobilie: Sofort
  • Nach Umbauarbeiten: Sofort

Die Kosten für den E-Check liegen zwischen 120 und 400 Euro – je nach Größe der Wohnung oder des Hauses. Im Vergleich zu den Kosten eines Brandes oder den Folgen eines Stromunfalls ist das eine minimale Investition.

Bonus-Tipp: Warnzeichen erkennen

Diese Anzeichen deuten auf Probleme mit der Elektroinstallation hin und sollten Sie sofort zum Handeln veranlassen:

  • Warme oder heiße Steckdosen: Ein klares Warnsignal für überlastete Kontakte oder lose Klemmverbindungen.
  • Verfärbte Steckdosen oder Schalter: Braune oder schwarze Verfärbungen deuten auf Überhitzung hin.
  • Brutzelnde Geräusche: Knistern oder Brutzeln aus Steckdosen, Schaltern oder dem Sicherungskasten ist ein Alarmsignal.
  • Brandgeruch: Der typische Geruch von geschmolzenem Kunststoff aus der Nähe von Steckdosen oder Leitungen. Sofort den Stromkreis abschalten!
  • Flackernde Lichter: Gelegentliches Flackern kann harmlos sein, aber dauerhaftes Flackern deutet auf lose Verbindungen hin.
  • Kribbeln bei Berührung: Wenn Sie beim Berühren von Gerätegehäusen ein Kribbeln spüren, liegt wahrscheinlich ein Isolationsfehler vor. Gerät sofort vom Strom nehmen!
  • FI-Schalter löst wiederholt aus: Ein FI-Schalter, der regelmäßig ohne erkennbaren Grund auslöst, zeigt einen Fehlerstrom in der Installation an.

Bei diesen Warnzeichen sollten Sie nicht warten, sondern umgehend einen zugelassenen Elektrofachbetrieb kontaktieren.

Zusammenfassung: 10 Tipps auf einen Blick

  1. FI-Schalter testen – alle 3 bis 6 Monate die Prüftaste drücken
  2. Mehrfachsteckdosen richtig nutzen – niemals hintereinanderschalten
  3. Kindersicherung – alle Steckdosen auf Kinderhöhe sichern
  4. Wasser und Strom trennen – keine Elektrogeräte in der Nähe von Wasser
  5. Beschädigte Kabel austauschen – niemals mit Klebeband reparieren
  6. Überlastung vermeiden – Leistungsstarke Geräte direkt in die Wandsteckdose
  7. Geräte nicht unbeaufsichtigt lassen – insbesondere Bügeleisen, Heizlüfter und Trockner
  8. Rauchmelder warten – monatlich testen, Batterie rechtzeitig wechseln
  9. Bei Gewitter schützen – empfindliche Geräte vom Netz nehmen
  10. E-Check durchführen lassen – alle 4 Jahre, im Altbau alle 2 Jahre

Fazit: Elektrosicherheit beginnt bei Ihnen

Die meisten elektrischen Unfälle und Brände im Haushalt lassen sich durch einfache Maßnahmen verhindern. Testen Sie Ihren FI-Schalter, verwenden Sie Mehrfachsteckdosen verantwortungsvoll und lassen Sie Ihre Elektroinstallation regelmäßig durch einen E-Check prüfen.

Und denken Sie daran: Bei Warnzeichen wie warmen Steckdosen, Brandgeruch oder Funkenbildung ist sofortiges Handeln gefragt. Schalten Sie den betroffenen Stromkreis ab und rufen Sie einen Fachbetrieb.

Elektrosicherheit prüfen lassen: Vereinbaren Sie jetzt einen E-Check Termin oder rufen Sie uns an unter 02041 / 723 14 15. Wir sorgen für Sicherheit in Ihrem Zuhause.

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