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ALBOUSH - Fachbetrieb für Elektrotechnik

Wasserschaden & Elektrik: Wann ist ein E-Check Pflicht?

Ein Wasserschaden gehört zu den häufigsten und zugleich gefährlichsten Schadensereignissen im Gebäude. Sobald Wasser mit der Elektroinstallation in Berührung kommt, besteht akute Lebensgefahr durch Stromschläge und Brandgefahr. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, welche Gefahren drohen, wann ein E-Check verpflichtend ist und wie Sie sich und Ihre Familie schützen.

Was passiert bei Wasserschaden mit der Elektrik?

Wasser ist ein hervorragender elektrischer Leiter – insbesondere wenn es Mineralien und Salze enthält, wie es bei Leitungswasser, Regenwasser oder Abwasser der Fall ist. Kommt dieses Wasser mit der Elektroinstallation in Kontakt, können die Folgen verheerend sein. Die elektrischen Eigenschaften der gesamten Installation verändern sich grundlegend.

Zunächst sinkt der Isolationswiderstand der betroffenen Leitungen dramatisch ab. Dieser Widerstand ist die zentrale Schutzbarriere, die verhindert, dass Strom aus den Leitungen in die umgebenden Bauteile, Wände oder Metallkonstruktionen fließt. Normgerecht muss der Isolationswiderstand mindestens 1 Megaohm betragen. Bei Durchfeuchtung kann dieser Wert auf wenige Kiloohm oder sogar noch weiter absinken.

Die Konsequenzen sind vielfältig: Es können Kriechströme entstehen, die zunächst unbemerkt durch feuchte Wände oder Decken fließen. Diese Kriechströme erzeugen Wärme und können über längere Zeit zu Schwelbränden führen. Besonders tückisch ist, dass die Gefahr nicht sofort erkennbar ist – ein Schwelbrand kann sich über Tage oder Wochen entwickeln, bevor er ausbricht.

Darüber hinaus kommt es zu Korrosion an den Kontaktstellen. Kupferleitungen, Klemmen und Schraubverbindungen oxidieren durch den Kontakt mit Feuchtigkeit. Diese Korrosion erhöht den Übergangswiderstand an den Verbindungsstellen, was wiederum zu lokaler Überhitzung führen kann. In Verteilerdosen, die besonders anfällig sind, können solche Übergangswiderstände Temperaturen von mehreren hundert Grad erzeugen.

Bei einem E-Check für Wohnungen werden genau diese Parameter gemessen und bewertet. Ein Elektrofachbetrieb kann feststellen, ob die Installation noch sicher betrieben werden kann oder ob Teile erneuert werden müssen.

Gefahren von Feuchtigkeit in der Elektroinstallation

Die Gefahren, die von Feuchtigkeit in der Elektroinstallation ausgehen, werden häufig unterschätzt. Dabei ist die Kombination von Wasser und Strom eine der häufigsten Ursachen für Wohnungsbrände und Stromunfälle in Deutschland. Jährlich sterben in Deutschland etwa 600 Menschen durch Brände, ein erheblicher Anteil davon wird durch fehlerhafte Elektroinstallationen verursacht.

Die konkreten Gefahren lassen sich in mehrere Kategorien einteilen:

  • Stromschlag (Elektrischer Schlag): Bereits ab 50 Volt Wechselspannung kann ein Stromschlag für den Menschen tödlich sein. Bei feuchten Bedingungen sinkt die Hautwiderstandsgrenze erheblich, sodass bereits deutlich geringere Spannungen gefährlich werden. Besonders gefährdet sind Bereiche wie Badezimmer, Keller und Küchen.
  • Brandgefahr durch Kriechströme: Feuchtigkeit in Leitungen und Verteilerdosen kann zu Kriechströmen führen, die sich langsam durch das Material fressen. Die dabei entstehende Wärme kann Isolationsmaterialien entzünden und Schwelbrände verursachen, die oft erst bemerkt werden, wenn es zu spät ist.
  • Kurzschluss: Wenn Wasser die Isolation zwischen zwei stromführenden Leitungen oder zwischen einer Phase und dem Schutzleiter überbrückt, entsteht ein Kurzschluss. Die dabei fließenden hohen Ströme können Leitungen zum Schmelzen bringen und Brände auslösen.
  • Lichtbogenbildung: An korrodierten Kontaktstellen können Lichtbögen entstehen, die Temperaturen von über 3.000°C erreichen. Diese sind in der Lage, praktisch jedes Baumaterial zu entzünden.
  • Langzeitschäden: Auch wenn die akute Gefahr nach dem Trocknen gebannt scheint, können langfristige Schäden an der Isolation bestehen bleiben. Salzkristalle, die nach dem Verdunsten des Wassers zurückbleiben, sind hygroskopisch und ziehen erneut Feuchtigkeit an.

Um all diese Gefahren professionell bewerten zu können, ist ein E-Check für Eigenheime die richtige Maßnahme. Dabei werden Isolationswiderstände gemessen, RCD-Schutzschalter getestet und alle betroffenen Bereiche systematisch überprüft.

Wann ist ein E-Check Pflicht nach Wasserschaden?

Die Frage, ob ein E-Check nach einem Wasserschaden verpflichtend ist, lässt sich nicht pauschal beantworten – es kommt auf den Umfang des Schadens und die betroffenen Bereiche an. Grundsätzlich gilt jedoch: Sobald Wasser in relevante Teile der Elektroinstallation eingedrungen ist, ist eine Überprüfung durch einen Elektrofachbetrieb dringend anzuraten und in vielen Fällen sogar rechtlich geboten.

Ein E-Check ist in folgenden Situationen als Pflicht anzusehen:

  • Überflutung von Kellerräumen: Wenn Kellerbereiche mit elektrischen Anlagen (Sicherungskasten, Waschmaschinenanschlüsse, Heizungssteuerung) unter Wasser standen, ist ein E-Check zwingend erforderlich, bevor die Anlage wieder in Betrieb genommen wird.
  • Rohrbruch in der Wand: Bei einem Rohrbruch, der Wasser in die Nähe von Unterputzleitungen gebracht hat, muss die Elektroinstallation vor der Wiederinbetriebnahme geprüft werden. Besonders kritisch sind Bereiche, in denen Wasser- und Stromleitungen parallel verlaufen.
  • Hochwasser und Starkregen: Nach Hochwasserereignissen ist ein E-Check für alle betroffenen Gebäude eine Grundvoraussetzung, bevor der Strom wieder eingeschaltet werden darf. Die örtlichen Energieversorger verlangen in solchen Fällen häufig eine Freigabebescheinigung durch einen Elektrofachbetrieb.
  • Versicherungsanforderungen: Viele Versicherungen setzen einen E-Check als Voraussetzung für die Schadensregulierung voraus. Ohne Prüfprotokoll kann die Versicherung Leistungen kürzen oder verweigern.

Nach der DIN VDE 0100-600 muss jede elektrische Anlage nach einer wesentlichen Änderung oder nach einem Ereignis, das die Sicherheit beeinträchtigen könnte, erneut geprüft werden. Ein Wasserschaden fällt eindeutig in diese Kategorie. Die Prüfung muss von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden und umfasst Sichtprüfung, Messung des Isolationswiderstands, Prüfung der Schutzmaßnahmen und Funktionsprüfung aller Schutzeinrichtungen.

Weitere Informationen zu den Versicherungsaspekten finden Sie in unserem Ratgeber zum E-Check und Versicherung.

Versicherung & Wasserschaden: Was Sie wissen müssen

Bei einem Wasserschaden, der die Elektroinstallation betrifft, spielt die Versicherung eine zentrale Rolle. Je nach Art des Schadens sind unterschiedliche Versicherungen zuständig, und die Anforderungen an die Dokumentation sind hoch. Ein professioneller E-Check ist dabei nicht nur sicherheitstechnisch, sondern auch versicherungsrechtlich von großer Bedeutung.

Die Gebäudeversicherung deckt in der Regel Schäden an der fest installierten Elektroinstallation ab – also Leitungen, Verteilerdosen, Sicherungskasten und fest eingebaute Schalter und Steckdosen. Die Hausratversicherung kommt für Schäden an beweglichen elektrischen Geräten auf, beispielsweise Waschmaschinen, Trockner oder Kühlschränke, die durch den Wasserschaden beschädigt wurden.

Wichtig ist die Elementarschadenversicherung: Schäden durch Hochwasser, Starkregen oder Rückstau sind nur dann versichert, wenn eine entsprechende Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde. Diese ist nicht automatisch in der Gebäude- oder Hausratversicherung enthalten und muss separat vereinbart werden.

Für die Schadensregulierung ist eine lückenlose Dokumentation entscheidend. Dazu gehören:

  • Fotos des Schadens vor Beginn der Aufräumarbeiten
  • Unverzügliche Schadensmeldung bei der Versicherung (innerhalb von 3 Tagen)
  • E-Check Prüfprotokoll eines zertifizierten Fachbetriebs
  • Kostenvoranschlag für notwendige Reparaturen
  • Auflistung aller beschädigten Geräte mit Anschaffungswert

Als zertifizierter Fachbetrieb erstellen wir bei ALBOUSH Elektrotechnik Prüfprotokolle, die von allen Versicherungen anerkannt werden. Die Kosten für den E-Check nach Wasserschaden können Sie auf unserer Kostenseite einsehen.

Sofortmaßnahmen bei Wasserschaden und Elektrik

Wenn Sie einen Wasserschaden bemerken, der die Elektroinstallation betreffen könnte, ist schnelles und besonnenes Handeln gefragt. Die folgenden Sofortmaßnahmen können Leben retten und weitere Schäden verhindern. Beachten Sie dabei stets: Ihre eigene Sicherheit hat oberste Priorität.

Wichtig: Sicherheit geht vor!

Betreten Sie niemals einen überfluteten Raum, in dem die Elektroinstallation noch unter Spannung stehen könnte. Wasser auf dem Boden in Kombination mit Strom ist lebensgefährlich!

Schritt-für-Schritt-Anleitung bei Wasserschaden:

  1. 1Strom abschalten: Schalten Sie den Hauptschalter oder die betroffenen Sicherungen im Verteilerkasten ab – aber nur, wenn Sie den Sicherungskasten gefahrlos erreichen können, also ohne durch Wasser waten zu müssen. Im Zweifel rufen Sie den Energieversorger an, der die Stromversorgung extern trennen kann.
  2. 2Wasserzufuhr stoppen: Wenn der Wasserschaden durch einen Rohrbruch verursacht wurde, drehen Sie das Hauptabsperrventil zu. Bei Hochwasser oder Rückstau kontaktieren Sie die Feuerwehr.
  3. 3Versicherung informieren: Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrer Versicherung. Dokumentieren Sie den Schaden fotografisch, bevor Sie mit Aufräumarbeiten beginnen.
  4. 4Elektrofachbetrieb kontaktieren: Rufen Sie einen zertifizierten Elektrofachbetrieb an, der die Installation prüfen und freigeben kann. Schalten Sie den Strom auf keinen Fall selbst wieder ein!
  5. 5Trocknung einleiten: Nach dem Abpumpen des Wassers muss eine professionelle Trocknung erfolgen. Erst wenn alle betroffenen Bereiche vollständig getrocknet sind, kann der E-Check aussagekräftige Messwerte liefern.
  6. 6E-Check durchführen lassen: Nach abgeschlossener Trocknung wird der E-Check durchgeführt. Dabei werden Isolationswiderstände, Schutzleiterwiderstände, Schleifenimpedanzen und RCD-Auslösezeiten gemessen. Erst nach erfolgreicher Prüfung darf die Anlage wieder in Betrieb genommen werden.

In Bottrop und Umgebung sind wir von ALBOUSH Elektrotechnik Ihr Ansprechpartner für den E-Check nach Wasserschaden. Wir reagieren schnell und sind in der Regel innerhalb von 24 Stunden vor Ort.

Kosten nach Wasserschaden: E-Check und Sanierung

Die Kosten, die nach einem Wasserschaden für die Elektroinstallation anfallen, hängen stark vom Umfang des Schadens ab. Grundsätzlich lassen sich die Kosten in drei Bereiche unterteilen: den E-Check selbst, eventuelle Reparaturen und die vollständige Erneuerung betroffener Installationsteile.

LeistungKosten (ca.)
E-Check Wohnung nach Wasserschaden150 – 350 €
E-Check Einfamilienhaus nach Wasserschaden250 – 600 €
Austausch einzelner Steckdosen/Schalter30 – 80 € pro Stück
Erneuerung Verteilerdosen50 – 150 € pro Dose
Teilerneuerung der Leitungen (pro Raum)500 – 2.000 €
Komplettsanierung Sicherungskasten1.500 – 4.000 €

Bei der Bewertung der Kosten ist zu bedenken, dass die Versicherung in den meisten Fällen sowohl den E-Check als auch die notwendigen Reparaturen und Erneuerungen übernimmt. Voraussetzung ist eine zeitnahe Schadensmeldung und die Beauftragung eines zertifizierten Fachbetriebs.

Darüber hinaus sollten Sie bedenken, dass die Kosten für einen E-Check und eventuelle Reparaturen im Vergleich zu den potenziellen Folgeschäden durch einen Brand oder Stromschlag verschwindend gering sind. Ein durch fehlerhafte Elektrik verursachter Wohnungsbrand kann Schäden in sechsstelliger Höhe verursachen – ganz abgesehen von der Gefahr für Leib und Leben.

Detaillierte Informationen zu den E-Check Kosten finden Sie auf unserer ausführlichen Kostenseite. Gerne erstellen wir Ihnen auch ein individuelles Angebot – kontaktieren Sie uns einfach.

Häufig gestellte Fragen

Muss nach jedem Wasserschaden ein E-Check durchgeführt werden?

Nicht nach jedem kleinen Wasserschaden ist ein E-Check zwingend erforderlich. Sobald jedoch Wasser in Kontakt mit elektrischen Leitungen, Steckdosen, Verteilerdosen oder dem Sicherungskasten gekommen ist, ist eine fachgerechte Überprüfung durch einen Elektrofachbetrieb dringend empfohlen und von Versicherungen häufig gefordert.

Zahlt die Versicherung den E-Check nach einem Wasserschaden?

In den meisten Fällen übernimmt die Gebäude- oder Hausratversicherung die Kosten für den E-Check als Teil der Schadensregulierung. Wichtig ist, dass Sie den Schaden unverzüglich melden und die Prüfung von einem zertifizierten Fachbetrieb durchführen lassen. Bewahren Sie alle Belege und das Prüfprotokoll sorgfältig auf.

Wie lange muss man nach einem Wasserschaden mit der Elektrik warten?

Die Elektroinstallation darf erst wieder in Betrieb genommen werden, wenn ein Elektrofachbetrieb die Anlage geprüft und freigegeben hat. Je nach Ausmaß des Schadens und der Trocknungszeit kann dies einige Tage bis mehrere Wochen dauern. Feuchtigkeit in Leitungen und Verteilerdosen muss vollständig getrocknet sein.

Welche Anzeichen deuten auf einen Elektroschaden durch Wasser hin?

Typische Anzeichen sind: häufiges Auslösen des FI-Schutzschalters, flackernde Beleuchtung, Verfärbungen an Steckdosen oder Schaltern, Brandgeruch, kribbelndes Gefühl beim Berühren von Geräten, sowie sichtbare Korrosion an elektrischen Kontakten. Bei einem dieser Symptome sollten Sie sofort den Strom abschalten und einen Fachbetrieb kontaktieren.

Was kostet ein E-Check nach Wasserschaden?

Die Kosten für einen E-Check nach Wasserschaden variieren je nach Umfang der betroffenen Installation. Für eine Wohnung liegen die Kosten typischerweise zwischen 150 und 350 Euro, für ein Einfamilienhaus zwischen 250 und 600 Euro. Hinzu kommen ggf. Kosten für notwendige Reparaturen oder den Austausch beschädigter Komponenten.

Wasserschaden? Wir helfen schnell & zuverlässig

Nach einem Wasserschaden zählt jede Stunde. Kontaktieren Sie uns für einen schnellen E-Check Ihrer Elektroinstallation in Bottrop und Umgebung.

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